Brasilien das Land
Brasilien, der südamerikanische Riese, nimmt fast die Hälfte des Subkontinents ein, auch von der Bevölkerungszahl her. Weltweit gesehen hält Brasilien den fünften Platz an Grösse und Bevölkerungszahl. Etwa 54% ( 95 Millionen) sind im wesentlichen europäischen Ursprungs, Nachkommen von Einwanderern aus Portugal, Italien, Spanien, Deutschland und Osteuropa. Mehr als 45% ( 80 Millionen) sind schwarz, oder gemischt, ein Erbe des afrikanischen Sklavenhandels. Weniger als 1% (700.000) gehören zu den Ureinwohnern, meist indianer aus dem Amazonasgebiet, daneben gibt es noch eine kleinere Anzahl von Japanern, anderen Asiaten und Arabern, die in den grösseren brasilianischen Städten leben.
Der Wahlspruch “Ordem e Progresso” – ((Rechts) – ordnung und Fortschritt) erscheint auf der brasilianischen Fahne. Der politische Fortschritt geht nach Jahren der Militärdiktatur weiter, die im Jahre 1985 die Macht abgab. Die neuesten statistischen Erhebungen zeigen einen gesellschaftlichen Fortschritt, mit niedrigerer Kindersterblichkeit und höherer Bildung. Brasiliens wachsende Stadtentwicklung hilft einmal der wirtschaftlichen Entwicklung (80% der Brasilianer leben in städtischer Umgebung), schafft aber andererseits ernste gesellschaftliche – und Umweltprobleme in den grossen Städten.
Sao Paulo, mit etwa 18 Millionen Einwohnern, ist Brasiliens grösste Stadt und die fünft grösste Stadt der Welt. Sie ist der führende Industriestandort und das Finanzzentrum, aber die Probleme der Umweltverschmutzung, Überbevölkerung und der Armut nehmen zu. Brasiliens Südostregion, eingeschlossen Sao Paulo, Belo Horizonte und Rio de Janeiro - das Wirtschaftszentrum Brasiliens, weisen mehr als 40% der Landesbevölkerung auf. Der Süden von Sao Paulo ist eine reiche Landwirtschaftsregion mit europäischem Lebensstandard, wo neben Portugiesisch noch Italienisch Und Deutsch gesprochen werden. Itaipu, der grösste Staudamm der Welt, versorgt das energiehungrige Sao Paulo mit Strom.
Die zweit bevölkerungsreichste Region ist der Nordwesten, von Maranhao in der Nordsenke bis Bahia (der afrikanischste aller brasilianischen Staaten). Die Architektur der Städte wie Recife und Salvador – portugiesische Kolonialhauptstadt von 1549 – 1763 – ist ein Zeuge aus der Zeit des Plantagenreichtums. Heute jedoch handelt es sich auf Grund der verheerenden Dürre um eine arme Region. Millionen sind in den Südosten ausgewandert, um Arbeit zu finden. Aber auf Grund des sonnigen Wetters, der Sambamusik und der weichen, schönen Sandstrände fing auch hier der Tourismus an zu boomen.
Der Norden, behersscht vom Amazonas – Fluss, ist die ausgedehnteste Region mit der geringsten Bevölkerung. Die brasilianische Regierung macht Fortschritte, um den tropischen Regenwald zu erhalten und die Ureinwohner zu schützen. Der Tumucumaque Nationalpark, erschaffen 2002, ist der grösste tropische Regenwaldpark der Welt.
